Anfänge
Fallschirm ist das älteste bekannte Luftfahrtgerät. Schon im 14 Jh. sind chinesische Schausteller zur Volksbelustigung mit einen Fallschirm von hohen Holztürmen gesprungen. Leonardo da Vinci beschäftigte sich mit den Grundlagen der Mechanik und den Flugwesen.
Auch die Gebrüder Montgolfier entwickelten für ihren Heißluftballon ein Rettungsgerät einen Fallschirm.
Zu Beginn des 20 Jh. begann die Fliegerei und da war der Fallschirm schon ein erprobtes Luftfahrtgerät.
Heute ist durch ständige Modernisierung, Neuentwicklungen und Weiterentwicklungen von Ausrüstung, Material sowie Ausbildungsmethoden der Fallschirmsport sicher geworden und einer großen Masse zugänglich gemacht wurden.
Es ist so auszudrücken:
Emotionalität in reinster Form
Den eigenen Körper als Fluggerät und nach dem Freifall der Gleitflug am Fallschirm und damit die weiche Landung.
Ein pures Erlebnis!
Über die Frühgeschichte
ist wenig bekannt, ein Ehepaar Triebner aus Rudolstadt wurde durch seine vielen Schausprünge in den Zwanzigern recht bekannt.
Die fallschirmsportlich Interessierten begannen sich ab etwa 1954 in Erfurt, Gera und Jena in Sektionen der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) zu sammelt. Es ging langsam in die Höhe, erste Sprünge wurden von den Sprungtürmen in Erfurt (52 Meter) und in Gera (28 Meter) geübt. In Gera wurden von der SDAG Wismut die zwei Sprungturmlehrer Walter Aster und Egon Stössel abgestellt. Anlässlich eines Großflugtages am 10. März 1956 sprang der Geraer Erhard Grund in 700 Meter Höhe über den Flugplatz Gera aus einer Maschine vom Typ "Podwa". Ihm folgte Walter Aster, der dann als erster Springer auf dem Geraer Flugplatz landete. Als erste Frau folgte dann auch schon die Jenaerin Keilig. Ab 1956 stand dann auf der Südstrecke des Geraer Platzes bereits ein Zielkreis für die Springerlandungen zur Verfügung.
In den Folgejahren
gründeten sich in fast allen größeren Orten Fallschirmsportgruppen.
Stark vertreten waren die Städte Erfurt, Jena, Gera und Rudolstadt. Gesprungen wurde mit Fallschirmen aus sowjetischer, tschechischer und Seifhennersdorfer (DDR) Produktion. Vornehmlich waren es die bereits steuerbaren quadratischen Baumwollfallschirme des Typs PD-47 und PD-47/D mit automatischer und verzögerter Fallschirmöffnung. Häufig öffneten sich die Fallschirme über den Flugplätzen Erfurt (Nord + Bindersleben) Gera, Rudolstadt, Dermsdorf, Schöngleina und Greiz. Als Flugzeuge standen die bewährte An-2 mit 12 Sitzplätzen und die L-60 Brigadyr mit 3 Sitzplätzen zur Verfügung. Nach 2850 Sprüngen wurde dann 1960 der Sprungturm in Gera stillgelegt. Das Springen aus Flugzeugen hatte sich durchgesetzt....
Zu Beginn der 60 Jahre
waren Thüringer an nationalen Rekorden beteiligt. So der Ronneburger Uwe Arens, der Geraer Rolf Buchner, die Geraerin Elli Reimer und die Rudolstädterin Gisela Dietze. Beide Frauen schafften auch den Sprung in die Nationalauswahlmannschaft der DDR. Der erste Weltrekord für die DDR im Fallschirmsport wurde in Gera durch den Dresdner Manfred Schmidt 1961 aus einer Höhe von 1500 Meter mit 0,37 Meter Zielabweichung errungen.1963 fand in Gera der erste DDR offene Wettbewerb der Fallschirmsportler mit 37 Teilnehmern statt. Anlässlich der VII. Weltmeisterschaft in Leutkirch/Allgäu konnte die Geraerin E. Reimer mit ihrer Mannschaft den Weltmeistertitel im Zielspringen erreichen.
Im Thüringer Land stiegen die Sprungzahlen kontinuierlich an.
Wurden in den sechziger Jahren etwa 1000 Sprünge durchgeführt, so stieg diese Zahl zum Ende der achtziger Jahre auf über 6500 an. Einzelne Sportler erreichten im Jahr bis zu 300 Sprünge.
Im September 1973 sprangen erstmals Thüringer Springer aus 4000 Metern Höhe über Greiz ab. Diese Entwicklung war möglich, da der Staat ab 1972 eine An-2 mit jährlich wachsenden Flugstundensoll und umfangreiche Fallschirmtechnik bereitgestellt hat.
Der gesamte Bestand an Fallschirmtechnik wurde laufend modernisiert. Fallschirme aus synthetischen Material aus tschechischer, sowjetischer und DDR Produktion wurden eingesetzt. Ab 1982 standen die ersten Flügelfallschirme bereit, so wie sie auch die Nationalmannschaft verwendet hat. Mit diesen Fallschirmsystemen sind die Verletzungen bei der Sportausübung erheblich zurückgegangen. Öffnungversager kamen jährlich nur noch 3-5 mal vor.
Zu einer beliebten Variante
des Fallschirmspringens entwickelten sich die Schausprünge bei Flugtagen in Thüringen und bei Großflugtagen. Besondere Höhepunkte dabei waren die Landungen von 12 Springern auf dem Jenaer Platz der Kosmonauten 1986, die Landung von 5 Springern auf dem Domplatz in Erfurt 1981, oder auch der Massenabsprung von 36 Sportlern über dem Geraer Stadion am 31.August 1985. Es gab keine bedeutenden Flugtage in der DDR, an denen Thüringer Sportler nicht dabei gewesen wären. Besonders beliebt waren und sind aber Sprünge auf kleine Landeplätze in den Städten und Dörfern.
Als springerische Attraktionen galten der Dreifachstufensprung vom Erfurter Springer Wolfgang Müller, der Springerschlepp (an einer An-2 mit 50 Meter langem Seil) vom Geraer Manfred Stötzner, die Freifall Bannergruppe der Geraer Frauen und die Absprünge aus Flughöhen um die 100 Meter Höhe des Jenaer Gerhard Drosdzoll.
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